Grumbacher Halbschalen düsen auf Bubi-Tour zum Kap Arkona

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Glückauf Brauerei Gersdorf - Freie Presse, Bubi Helles Gewinnspiel - MZ Fans

Freie Presse vom 24.09.2016

Junge Leute und alte MZ-Motorräder – das passt. Einheimisches Bier haben die Burschen auf ihren Ausfahrten immer dabei.

Noch nie hat Astrid Peiker im Seitenwagen eines Gespannmotorrades gesessen. Die Grumbacher Halbschalen ließen aber keine Luft ran. Und die experimentierfreudige Chefin der Gersdorfer „Glückauf“-Brauerei ließ sich nicht lange zu einer Probefahrt betteln.

Die Geräuschkulisse verriet dann aber: Spätestens nach drei spritzigen Kurven im Brauereihof war ihr das Herz ein bisschen in die Hose beziehungsweise ins Kleid gerutscht. Ihr 21-jähriger Chauffeur Moritz Meyer aus Grumbach ging nicht gerade zimperlich mit ihr um. „Das muss man aber mal gemacht haben. Es ist einfach der Wahnsinn, was da für Fliehkräfte wirken“, sagte die Brauereichefin hinterher und erklärte jedoch, dass der Spaßfaktor größer war als die Angst.

Die Chance auf diese Spritztour hatte sich rein zufällig ergeben. Die Grumbacher Halbschalen, fünf junge Männer und eine Frau, allesamt Hobbyschrauber und Fans der Motorrad-Marke MZ, steuerten Gersdorf an, um sich ihren verdienten Preis abzuholen: Jeder einen Kasten Bubi Helles und das dazugehörige T-Shirt.

Die Truppe war im Internet auf den Fotowettbewerb der „Glückauf“-Brauerei „Freiheit für Bubi“ gestoßen und hat am Kap Arkona das Siegerfoto geschossen. Dorthin hatten sie die Six-Packs mit der neuesten Bierkreation der Glückauf-Braumeister mitgenommen, als sie im Sommer zu einer Urlaubswoche mit ihren MZ-Maschinen aufgebrochen waren. Zwei Flaschen Bubi Helles verschenkten sie dort auch noch an ein Pärchen aus dem Elsass, dem abends überraschend der Gerstensaft ausgegangen war, als man bei Sauwetter auf dem Zeltplatz zusammensaß.

Es ist nicht das erste Mal gewesen, dass Moritz Meyer mit einer Clique Richtung Ostsee tuckerte. „Zweimal mit dem Moped“, erinnert er sich. Das war ihm dann doch zu mühselig. 2015 erstand er in Bautzen sein gebrauchtes ETZ 200 Gespann, Baujahr 1982, mit 21 PS. „Das ist übrigens das erste dieser Bauart, das in Dresden zugelassen worden ist“, sagt er stolz. Inzwischen ist er nach dem Restaurieren selbst schon wieder 2000 Kilometer damit gefahren. Meist kurvt Freundin Lisa Koy im Seitenwagen mit. Dort ging es bei der Arkona-Tour allerdings eng zu. „Die Six-Packs mit dem Bier mussten ja irgendwo hin“, sagt Moritz Meyer, der seine Lehre als Mechatroniker bereits hinter sich hat.

Seinem Bruder Philipp steht das noch bevor. Der 19-Jährige fährt auch bei den Halbschalen mit, auf einer ETZ 251. Der 20-jährige Christoph Molch aus Hohenstein-Ernstthal ist der dritte Mechatroniker in der Truppe. Er düst mit 10 PS unterm Hintern mit. Seine MZ TS 125 hat er quasi aus Einzelteilen vollständig aufgebaut. Der einzige MZ-Fahrer in der Truppe, der nicht aus der Region stammt, ist Maschinenbaustudent Martin Kirschen. Der Flöhaer erinnert sich: „Wir haben uns mal hier irgendwo kennengelernt und angefreundet. Ich war in der Gegend, um meine Oma zu besuchen. Seitdem gehöre ich dazu.“ Seine blaue MZ TS 150 mit 12,5 PS hat er komplett gekauft. Geschraubt wird freilich ständig. Das ist auch bei dem Jüngsten so, den 18-Jährigen Simon Kupfer aus Grumbach.

Auf die nächste Ostseetour freuen sich die MZ-Fans jetzt schon. Fest steht heute bereits: Der Gerstensaft aus Gersdorf wird auch auf der Tour keinesfalls fehlen.
 
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Von Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
Artikel: Hans-Peter Kuppe
Foto: Andreas Kretschel