Für die Glückauf-Brauerei aus Gersdorf regnet es Gold

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Glückauf Brauerei Gersdorf - Freie Presse, Gersdorfer Ale, DLG-Gold

Freie Presse vom 06.09.2016

„Das Wichtigste ist, dass unsere Kreationen am Ende den Verbrauchern schmecken.“

Ein kühles Bier zu genießen – das fällt vielen ein, wenn sie an Feierabend denken. Denn Deutschland gilt seit jeher als Biernation. Für Astrid Peiker, Geschäftsführerin der Gersdorfer Glückauf-Brauerei, ist 18 Uhr die beliebte Zeit für Fassanstiche bei verschiedenen Festivitäten. Die Biere aus dem idyllischen Örtchen Gersdorf, wo die Glückauf-Brauerei zu den wichtigsten Unternehmen zählt, munden nicht nur scheinbar.

Schließlich holt die Glückauf-Brauerei regelmäßig das begehrte Qualitätssiegel der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) in Gold in den Zwickauer Landkreis. Logisch, dass Geschäftsführerin Astrid Peiker darauf stolz ist. Neben Sensorik-Kriterien wie Geruch, Reinheit des Geschmacks, Vollmundigkeit und Charakteristik des Bieres stehen bei der Qualitätsprüfung auch Laboruntersuchungen in Sachen Extrakt, Alkoholgehalt, Stammwürze und Farbe auf dem Programm. Am Ende steht es schwarz auf weiß und in nackten Zahlen, ob das Bier schmeckt. Dennoch spielt für Astrid Peiker der Geschmack und das Urteil des Konsumenten die entscheidende Rolle. „Das Wichtigste ist, dass unsere Kreationen am Ende den Verbrauchern schmecken“, so Peiker.

Vor diesem Hintergrund ist es nicht überraschend, dass sie sich besonders über die diesjährige Auszeichnung zum „Bier des Jahres“ freute. „Das ist ein reiner Konsumentenpreis, der von mehr als 1500 Mitgliedern des Probierclubs ausgelobt wird“, weiß die Fachfrau, die diesen Preis fürs Produkt „Gersdorfer Ale“ entgegennahm.

Ausgangspunkt des Goldrauschs war im vergangenen Jahr die höchste Anerkennung beim Meininger International Craft Beer Award. In der Kategorie „Experimental Style“ gab es das große Gold und damit auch die Aufmerksamkeit von Bierkennern aus ganz Deutschland. Zudem wurde die Brauerei als einziges sächsisches Unternehmen zum 136. Geburtstag mit dem Bundesehrenpreis ausgezeichnet. „Hinter unserem Erfolg steht ein Team von 35 Mitarbeitern. Wir sind alle mit Herzblut dabei“, sagt Astrid Peiker.

Seit 16 Jahren arbeitet sie im 1880 gegründeten Traditionsbetrieb, der 1990 von ihrer Mutter Renate übernommen wurde. „Ich bin 2013 in die Fußstapfen meiner Mutter als Geschäftsführerin getreten. Zuvor habe ich in der Brauerei im Vertrieb und im Marketing gearbeitet“, erzählt Peiker.

Dass die Größe der Brauerei mit 35 Mitarbeitern überschaubar ist, sieht die Geschäftsführerin dabei durchaus als Vorteil: „Das macht uns flexibel. Wir können zeitnah auf einen sich stetig wandelnden Markt reagieren.“ So mischte die Glückauf-Brauerei in den vergangenen Jahren zum Beispiel ebenso den Markt an Misch- und Erfrischungsgetränken auf – auch wenn die Braumeister bei den Ideen der Chefin manchmal die Nase rümpfen: „Unser Himbeer-Radler fanden sie zum Beispiel gar nicht so toll“, lacht Astrid Peiker. „Dafür kam es bei unseren Kunden umso besser an.“

Der neueste Clou: das Bubi Helle, ein leichtes Craft Bier mit fruchtiger Hopfennote. Diese Kreation sei allen Kanarienvögeln gewidmet, die früher im Bergbauschacht ihr Leben ließen, um das der Bergmänner zu retten. Passend zum „Glück auf!“ der Bergmänner auch der Spruch: „Mach dir dein Glück auf“. Womit sich einmal mehr der Bogen zum Motto der Glückauf-Brauerei schließt: Denn das Unternehmen kombiniert traditionelles Handwerk mit einem modernen Verständnis fürs Bierbrauen. An Rohstoffen wie Aromahopfen oder Spezialmalzen werde nicht gespart. „Im Gegenteil. Wir setzen nach wie vor auf Qualität statt Quantität“, so die diplomierte Kauffrau, die es vortrefflich versteht, sich in dieser Männerdomäne nicht nur zu behaupten, sondern auf der Zielgeraden an ihren männlichen Mitstreitern vorbeizuziehen.

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Von Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
Foto: Andreas Kretschel