Bis zur großen Party im April soll die neue Maschine laufen

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DLG-Goldmedaille für Gersdorfer ALE, Bock und Edel

Gersdorfer Brauerei will 2016 wieder mindestens 170.000 Euro in die Modernisierung ihrer Produktionsanlagen stecken.

Gersdorf. Die Gersdorfer Glückauf-Brauerei steuert mit Riesenschritten auf die nächste Investition zu. Im vergangenen Jahr flossen rund 200.000 Euro in die Anschaffung einer neuen Etikettiermaschine. In wenigen Wochen soll nun auch ein neuer Einpacker im Wert von rund 100.000 Euro im Flaschenkeller seinen Dienst aufnehmen.

Der Montagetermin steht bereits fest. Laufen die Vorbereitungen nach Plan, könnte der Einbau der Maschine am 13. April erfolgen. „Wenn alle mit anpacken, ist das in drei Tagen erledigt“, sagt Brauerei-Geschäftsführerin Astrid Peiker. Ihre Mannschaft nimmt dafür die Routine aus dem Kraftakt des vergangenen Jahres mit. Damals verlangte der Einbau der neuen Etikettiermaschine dem eingespielten Team um Braumeister Gerd Griesbach, den Männern der Chemnitzer Montagefirma Scholpp und des Brauereimaschinenherstellers Krones vor allem wegen der eingeengten Platzverhältnisse alles ab. „Ganz so kompliziert wird es mit dem Einpacker nicht“, sagt Astrid Peiker.

Einen Zeitpuffer von mehreren Tagen hat die Brauereichefin trotzdem eingeplant. Und es wird sicherheitshalber ausreichend vorproduziert. Viel Zeit bleibt nicht, nach wenigen Tagen muss alles wieder laufen wie am Schnürchen. Der Grund: Dann stehen schon die Vorbereitungen für die große Party „500 Jahre Reinheitsgebot“ an, die am 24. April über die Bühne geht. Eigentlich wird der Tag des deutschen Bieres jährlich am 23. April begangen. Die Gersdorfer Bierbrauer feiern ihn aber immer mit einem musikalischen Frühschoppen, und zwar traditionell an jenem Sonntag, der dem 23. April am nächsten liegt. Weil diesmal das älteste deutsche Lebensmittelgesetz 500 Jahre auf dem Buckel hat, wird die Party etwas größer aufgezogen. Zur Erinnerung: Bis zum Erlass dieses verbrieften Qualitätsversprechens wurden zum Bierbrauen vor allem im Mittelalter oft die abenteuerlichsten Ingredienzien verwendet. Damit wurde versucht, dem Bier zum gewünschten Aussehen zu verhelfen sowie seinen Geschmack und die berauschende Wirkung zu verstärken. Der Erlass des bayerischen Herzogs Wilhelm IV. und seines Bruders Herzog Ludwig X. vom 23. April 1516 beinhaltete eine konkrete Herstellungsvorschrift für das Bier. Das durfte von nun an nur noch aus Wasser, Hopfen und Malz gebraut werden.

Lange gefeiert wird aber nicht. Die Brauerei feilt danach weiter an der Technik. 20.000 Euro steckt das Haus in die neue Anlage zum Erhöhen des Druckes in der hauseigenen Wasserversorgung. Die alten Pumpen funktionieren zwar noch, sind aber etwas in die Jahre gekommen. Außerdem braucht die Produktionsanlage neue Kompressoren für die Flaschenabfüllung. Auch die verschlingen noch einmal 30.000 Euro.

Insgesamt hat das Unternehmen seit 1990 rund 10 Millionen Euro investiert.

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Von Hans-Peter Kuppe
Foto: A. Kretschel