Etikettier-Oldtimer geht in verdienten Ruhestand

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Die Glückauf-Brauerei in Gersdorf plant derzeit die größte Investition seit dem Umbau in den 90er- Jahren. Der Betrieb schafft eine neue Maschine an. Gefeiert wird in dem Haus aber schon vorher.

In der Gersdorfer Glückauf-Brauerei wird Ende April für drei Tage die Produktion ruhen. Zwangspause ist angesagt. Das Unternehmen bekommt eine neue Etikettiermaschine. Kostenpunkt: rund 200.000 Euro.

„Für eine kleine Brauerei wie unsere ist das eine gewaltige Investition. Und zwar die größte seit dem großen Umbau in den 90er-Jahren“, sagt Astrid Peiker, die Geschäftsführerin der Brauerei. Insgesamt hat das Unternehmen seit 1990 rund 10 Millionen Euro investiert. Allein die Modernisierung des Sudhauses im Jahr 1995 verschlang 2,6 Millionen D-Mark.

Die alte Etikettiermaschine ist seit 1998 in Betrieb. Eine Überholung hätte rund 50.000 Euro gekostet. Astrid Peiker schaute sich bei Krones, einem der Weltmarktführer, um. Dort bekam die Brauereichefin zu spüren, wie sich die Preise entwickelt haben. „Für die alte Maschine haben wir damals 211.000 D-Mark hingeblättert, die neue kostet fast doppelt soviel. Aber es ist eine Investition in die Zukunft.“

Die neue Anlage schafft ebenso wie die alte rund 10.000 Flaschen pro Stunde. „Sie arbeitet aber exakter, die Leimverluste werden dadurch stark reduziert“, sagt Braumeister Gerd Griesbach. Am 30. April beginnen die Vorarbeiten für die Montage. Schon bei dem Gedanken kommt die Brauereichefin leicht ins Schwitzen. „Die 4,5 Tonnen schwere Maschine muss erst einmal in die Halle gehievt und dann ganz nach hinten gebracht werden. Das wird eng. Dabei geht es, glaube ich, um zwei Zentimeter, haben die Monteure von der Chemnitzer Firma Scholpp Industrieanlagen ausgemessen.“

Vorher muss die alte Maschine abgebaut und alles für den Einbau der neuen vorbereitet werden. Viel Technik ist anzupassen: Datumdrucker, Füllstandmesser, im Gegensatz zur alten Maschine ein Wasseranschluss. Erneuert wird auch die Bandstrecke, auf der die Flaschen die Maschine passieren. Die Bänder werden im sächsischen Roßwein hergestellt. „Wir versuchen immer, mit Firmen aus der Region zu arbeiten“, sagt Astrid Peiker.

Bereits am 4. Mai soll die Produktion wieder anlaufen. Funktioniert alles, gibt es einen Grund mehr zum Feiern. Gefeiert wird aber schon 14 Tage vorher. Am 19. April geht die traditionelle Party anlässlich des Tages des Bieres über die Bühne. Um nicht mit der Eröffnung der Landesgartenschau in Oelsnitz zu kollidieren, hat die Brauerei ihr Fest vorverlegt.

Dort wird einmal mehr zu sehen sein, wie sich die Gersdorfer bei Musik der Oelsnitzer Blasmusikanten mit ihrer Brauerei identifizieren.

erschienen am 01.04.2015 (von Hans-Peter Kuppe)
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